Bebauungsplan

Bis zum 15. Mai lag der geänderte Entwurf des Bebbauungsplanes Nr. 89 „Gartenstraße/Moßlerstraße“ öffentlich aus und alle Gothaerinnen und Gothaer konnten der Stadtverwaltung Stellungnahmen mit Hinweisen und Kritik zukommen lassen. In seiner Sitzung am 4. September hat sich der Stadtrat mit diesen Einwänden beschäftigt und die Änderungen des Bebauungsplanes beschlossen. Auch der Flächennutzungsplan der Stadt Gotha wurde geändert. Denn im bisherigen Plan ist dem Gebiet Gartenstraße/Moßlerstraße eine andere Funktion zugeschrieben als die eines Einkaufszentrums. In seinen nächsten Sitzungen wird der Stadtrat noch weitere Beschlüsse fassen, bevor der Investor einen Bauantrag stellen kann. (Zwar hat die Firma Saller bereits vorgestellt, wie die Fassade des Centers aussehen soll, doch noch ist kein Baurecht geschaffen, der Investor kann also nicht anfangen zu bauen!)

Unserer Ansicht nach spiegelt der Bebauungsplan 1:1 die bereits vorliegende Planung des Investors wider. Er wird versuchen, seine Interessen in allen Punkten durchzusetzen. Die Interessen des Investors sind nicht zwingend die Interessen der Gothaerinnen und Gothaer.

Der erste Entwurf des Bebauungsplanes lag im Sommer 2012 öffentlich aus. Die Stellungnahmen der Gothaerinnen und Gothaer führten zu einigen Änderungen im Bebauungsplan, der am 13. März 2013 vom Gothaer Stadtrat beschlossen wurde. Die maßgeblichsten Änderungen sind der Wegfall des westlichen eingeschränkten Gewerbegebietes am Schützenberg und die Ausweisung der Fläche des Touristenbusterminals als öffentlicher Parkplatz. Doch im wesentlichen bleibt der Plan bestehen: Die Größe des Centers von 180 m Länge bleibt ebenso unverändert wie die Höhe (5 Etagen). Die vorhandenen Bäume werden gefällt, um Platz für das Einkaufszentrum zu machen. Der Hinweis des Landesverwaltungsamtes in seiner Stellungnahme (siehe Seite 7/8) , dass die Kaufkraft für solch ein Center in Gotha nicht vorhanden ist, wurde ignoriert, ebenso die Einwände der Thüringerwaldbahn (siehe S. 11/12) und der Polizei (siehe S. 17) zur Verkehrsführung.

Im Rahmen der ersten Auslegung fand am 22. August eine Planungswerkstatt zum Bebauungsplan statt. 50 Gothaerinnen und Gothaer nahmen daran teil und diskutierten über die Größe des Centers, die Verkehrsplanung, die Fassade und mehr. Auch ein Vertreter des Bürgerbegehrens, Architekt Sebastian Großkopf, war bei der „Plan-Werk-Stadt“ dabei: hier ist sein Bericht und die gesammelten Hinweise der Gruppe „Architektur und Städtebau“.


2 Gedanken zu “Bebauungsplan

  1. Mit dem Bebauungsplan Nr.89 bin ich nicht einverstanden. Ich schlage erneut im Sinne der „Gartenstr.“ eine Grünanlage als Stätte der sozialen Begegnung vor (ähnliche soziale Projekte bestehen). Gotha ist historisch gesehen auch eine soziale Stätte gewesen und wird von den Stadtvätern unzureichend gepflegt.

    – Das geplante Bebauungsgebiet wird nicht mehr als Bestandteil der Altstadt gesehen, die vorgesehene Anbindung wird fehlschlagen. Auch ein neuer Name wird dem geplanten Ansinnen nicht gerecht.
    – Der Verkehrsfluss durch Gotha wird behindert. Es besteht keine verkehrstechnische Alternative zur Veränderung der Hauptverkehrsader.
    – Eine starke Umweltbelastung durch Bau und Verkehr entsteht für die angrenzende KITA.
    – Gotha bietet ausreichende Verkaufsmöglichkeiten, anziehendes Kaufhaus mit erweiterten Sortimenten fehlt in der Altstadtgalerie. C & A hat die Altstadt vorgezogen. Den Bürgern wird nicht vermittelt: warum?
    – Schließungen alter Kultur- und Verkaufsflächen sind vorprogrammiert.
    – REWE neben Kaufland und seinen kostenlosen Parkplätzen erfährt Wettbewerbsnachteile, zumal in Zukunft das Wohngebiet in der Garten-u. Moßlerstr. aufgegeben wird. REWE sollte sich in der Innenstadt (Wohngebiete sind entstanden) ansiedeln. Parkraum lässt sich schaffen.
    – Die künftigen finanziellen Auswirkungen für die Stadt Gotha (kosten- sowie gewinnseitig) werden den Bürgern vorenthalten. Zum Beispiel Entwicklung der Gewerbesteuer, wenn sich Händler aus dem neuen Einkaufsmarkt auf Grund fehlender Umsätze zurückziehen und dort leere Verkaufsflächen entstehen.
    – Die Stätte der Begegnung bleibt die Innenstadt mit den vielen schönen Cafes, den vielen Italienern und der deutschen Gastronomie (die sich leider in Gotha zu sehr versteckt). Die Händler der Innenstadt werden vorrübergehend abnehmen, es ist mit weiteren Leerständen zu rechnen und neue Wettbewerbsinitiativen sind gefragt wie flexible Öffnungszeiten, kleine Parkplatzeinheiten zu günstigen Konditionen, kinderfreundliche Angebote, barrierefreie Bewegungsmöglichkeiten, konzentriertes Markttreiben am Neumarkt sonnabends (nicht nur in der Woche), Kulturangebote in der Stadt im Zusammenhang mit Einkaufsmöglichkeiten nach Zielgruppen.

    • Ich stimme dem Bürgerbegehren für Gotha – eine lebendige Innenstadt gestalten – zu und hoffe, dass der Gothaer Bürger eine verbindliche Abstimmungsmöglichkeit über den Bebauungsplan Nr. 89 erhält.

      R. Schmidt

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